Am 16. September 2025 war die Bühne ein Zug: Der Festival-FlixTrain fuhr von Berlin Hbf nach Hamburg – 9 Acts an Bord, bis zu 200 Fahrgäste pro Fahrt. Ich war zum zweiten Mal in Folge dabei.
Konzert statt Abteil
Der Festival-FlixTrain ist die offizielle Warm-up-Fahrt zum Reeperbahn Festival: Statt im Abteil zu scrollen, bekommt man Landschaft plus Musik. Die Acts spielen während der Fahrt, die Waggons sind das Publikum. Es gibt keine Bühne im klassischen Sinne – man steht einfach beieinander, und der Zug fährt weiter.
So ein Format macht Konzerte nah. 200 Leute in einem Zug ist eine Handvoll, wenn man das gegen eine Stadthalle ansieht. Man hört die Stimmen neben sich, man sieht die Gesichter – und das ist genau das, was ich an kleinen Formaten liebe.
Die Route Berlin – Hamburg
Die Strecke von Berlin Hbf nach Hamburg ist so etwas wie die klassische Festival-Route: Wer zum Reeperbahn Festival will und nicht fliegt, nimmt den Zug – und bekommt in diesem Fall die Vorfreude gleich mit an Bord. Die „Berlin Experience“ bringt Acts aus beiden Städten zusammen, ein bisschen Berlin, ein bisschen Hamburg – als Auftakt zum Festival-Wochenende.
Für mich war es zum zweiten Jahr in Folge eine Fahrt, auf der ich die Musik mitbringe, statt nur mitzufahren. Und ehrlich: Es ist jedes Mal ein komisches, gutes Gefühl, wenn der Zug aus Berlin rausfährt und einem im Gleisbogen merkt, dass man jetzt wirklich auf dem Weg nach Hamburg ist.
Was ich mitnehme
Züge sind ehrliche Bühnen. Man kann nicht vor 3000 Leuten „performen“ – man muss die Menschen in den Reihen vor einem erreichen, eine Strecke lang. Das liegt mir. Und wenn der Zug dann in Hamburg einläuft, hat man das Festival schon halb gefühlt, bevor die Stadt überhaupt in Sicht ist.